Forever In Darkness

Lost and delirious- verloren und total verrückt (Eine unmögliche Liebe)




Wieder einmal lässt ein Übersetzer beim geplanten deutschen Titel das nötige Fingerspitzengefühl vermissen. Nicht einmal das unnötig banalisierende "total" stört hier so erheblich, vielmehr jedoch das nicht aussagekräftige, zudem hier regelrecht falsche "verrückt" (ein Umstand, der auch der Regisseurin ein wenig unglücklich erscheint). Schlägt man im Wörterbuch nach, so findet man, daß "delirious" (ausgehend vom Delirium) eine Art Krankheitszustand meint, eine temporäre seelische Verfassung gewalttätiger Aufregung und Emotion oder eine Störung des Bewußtseins, sich auflösend in Gewaltausbrüchen oder Halluzinationen. Nein, man ist nicht einfach nur verrückt und total schon gar nicht. Krank. Vor Liebe. Darum geht es hier.



Story:

Léa Pools Internatsfilm «Lost and Delirious» dreht sich um das Erwachsenwerden, um die erste Liebe und um das Loslösen vom Elternhaus, insbesondere von der Mutter. Mary (Mischa Barton) teilt ein Zimmer mit der lebhaften, rebellischen Pauline (grandios: Piper Perabo) und der braveren Victoria (Jessica Paré). Naiv, wie sie ist, braucht sie eine Weile, bis sie begreift, was zwischen ihren beiden Zimmergenossinnen abläuft.


"All I want is a kiss, all I want is a fuck" singen die Violent Femmes ganz zu Beginn von "Lost and Delirious", und von beidem bekommt Paulie (Piper Perabo), selbst beizeiten eine violent young femme, am Anfang mehr als genug. Und zwar von ihrer Zimmergenossin Torrie (Jessica Paré). Die beiden Mädchen zerfließen in der ersten großen, in Internatszimmern nicht abwegigen gleichgeschlechtlichen Liebe. Beobachtet wird dies von der eigentlichen Protagonistin des Films, Mary Bradford (Micha Barton), die "Neue" im Internat, die von allen nur "Mouse" genannt werden will, weil vor allem sie sich so sieht und fühlt. Sie teilt ihr Zimmer mit dem Liebespaar. Durch ihre großen Augen beobachten wir. Zuerst ist alles in Ordnung: Paulie und Torrie nehmen den Neuankömmling herzlich auf, und Mary findet im freundlichen Internatsgärtner (Graham Greene) einen väterlichen Mentor. Doch dann folgt der Sturz aus dem Himmel, der Sündenfall, das Zerbrechen der Idylle. Torries kleine Schwester erwischt diese im Bett mit Paulie. Aus Angst vor der Ächtung durch ihre erzkonservativen Eltern bricht Torrie die Beziehung ab. Einfach so. Es muss sein. Das war alles ein Missverständnis. Eine Spielerei. Nicht mehr. Paulie ist zerstört. Eine seelische Apokalypse. Doch sie gibt nicht auf, will um ihre große Liebe kämpfen, mit allen Mitteln. Muß ohnmächtig sehen, wie ihre Versuche die Geliebte immer weiter in die Ferne treiben, schließlich in die Arme eines Jungen. Die Gefühle werden immer größer, überlebensgroß, die Gefühlsausbrüche immer unkontrollierter und wilder, die Verzweiflung immer greifbarer. Hilflos muß Mary mit ansehen, wie Paulie die Kontrolle verliert, über eine Liebe, die nichts als verbrannte Erde zurücklassen kann und wird



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